der SANDWIRTH - Hotel und Meetingpoint in Klagenfurt am Wörthersee in Kärnten
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Gastfreundlichkeit mit Geschichte

Wir schreiben das Jahr 1735. Franz Anton Rohr von Rohrau ersteht das Haus an der Bastei gleich neben dem Villacher Tor und errichtet erstmals eine Gastwirtschaft.

Die gute Lage und ein feiner Tropfen Wein animieren die Klagenfurter Bürgerinnen und Bürger von Beginn an zur Einkehr. Nach den sonntäglichen Spaziergängen lassen sie den Abend in den Gärten oder im Schankraum der sogenannten Rohrerbastei ausklingen. Der erfolgreiche Gastwirt wird in den Jahren 1760, 1762 und 1766 auch Klagenfurter Bürgermeister. Wie beliebt seine Gaststätte ist, belegt eine Inventur in seinem Sterbejahr 1776: 4.500 Liter steirischer und welscher Wein sind auf Lager.

Die Gastwirtschaft an der Bastei bleibt weiter bestehen. Jakob Ulbing kauft das Haus Nr. 317 Fürstengasse am 7. November 1814 und tauft es „zum Sandwirth“.

Das erste Inserat des Sandwirth findet sich im Amtsblatt der Klagenfurter Zeitung zur Eröffnung der Eisenbahnlinie:
„Samstag, den 2. Mai 1868 Garten und Salon-Eröffnung ‚zum Sandwirth‘, verbunden mit großer Soirée, ausgeführt von der Regimentskapelle Freiherr von John. Anfang 7 Uhr Abends – Entrée 15 kr.. Endesgefertigter wird bemüht sein, durch vorzügliche Speisen und Getränke den Wünschen des geehrten P. T. Publikums zu entsprechen. Zugleich erlaubt derselbe auf seine verschiedenen Gattungen Weine als: österreichischer Tisch-Wein pr. Maß 50 kr.,
österreichischer Bouteillen Wein pr. Flasche 40 kr. an aufwärts, ausgezeichneten Türkenberger pr. Maß 56 kr., Mahrwein und Schilcher pr. Maß zu 48 kr. hiermit ergebenst aufmerksam zu machen.
Um zahlreichen Zuspruch bittet hochachtungsvoll –
Theodor Meister.“

DIE BELLE ÉPOQUE

Das junge Gastwirteehepaar Josef und Franziska Jamek übernimmt am 1. Dezember 1899 die Sandwirth-Realitäten zum Preis von 100.000 Gulden. Der bisher schon beliebte Tanzsaal für 120 Personen wird abgerissen um nun für rund tausend Gäste Platz zu bieten. 1907 wird der Festsaal nach zweijährigem Bau feierlich eröffnet. Von nun an finden Militärkonzerte, Bankette der Klagenfurter Garnison, Sänger- und Trachtenfeste, Vereinsversammlungen und nahezu alle Gesellschaftsbälle in den Sandwirthsälen statt. Der Heringsschmaus am Aschermittwoch wird unter der Führung der Jameks zur Tradition.

Doch die Erfolgsgeschichte hat auch ihre Schattenseiten. So stürzt im Jahre 1913 die Decke des großen Saales infolge eines Konstruktionsfehlers ein. Glück im Unglück – am Vortag hat eine Bosniakenkapelle im Garten aufgespielt und Herr Jamek hat sich geweigert, den 100 lauschenden Gästen den großen Saal zu öffnen. Auch nach Ausbruch des ersten Weltkriegs wird im Sandwirth getanzt und gefeiert. Aus den Fiakern, Kutschen und Automobilen entsteigen die festlich gekleideten Herrschaften. Man erfreut sich zu Beginn an einem Festdiner, begleitet von einem Konzert, ehe die Tanzfläche freigegeben wird. Noch bis zum großen Bombenangriff am 16. Jänner 1944 bleiben die Sandwirthsäle geöffnet. Erst die britische Besatzung und andere widrige Umstände zwingen zur Umwidmung. Über 100 Jahre bleibt das Hotel im Besitz der Familie Jamek.

Im neuen Jahrtausend übernimmt Robert Kanduth den SANDWIRTH und baut ihn 2002 zum Business-Hotel um.

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